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Three buttons that changed the course of the world

May, 2011

The trumpet in Hummel's time

The trumpet concerto by Johann Nepomuk Hummel is also on the programme, when the virtuoso Gábor Boldoczki performs again in the Musikverein. Verena Großkreutz decided on a real time travelling as she sets out to unfold the history of the trumpet.

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Für die Trompete war er ein ganz großer Tag, jener 28. März im Jahre 1800, als der Hoftrompeter und Instrumententüftler Anton Weidinger am Wiener Burgtheater im Rahmen einer öffentlichen „großen musikalischen Akademie“ seine neueste Erfindung vorstellte: die „organisierte Trompete“ – eine Klappentrompete, die es erstmals ermöglichte, bruchlos durch alle Register des Instruments zu hüpfen und wohlklingend phrasierte Melodien zu spielen. Denn die heutige moderne Ventiltrompete wurde erst 1820 aus der Taufe gehoben, und der Tonvorrat der bis dahin üblichen Naturtrompete war recht beschränkt: Tonleitern konnte man nur in der hohen Lage spielen, die ersten drei Oktaven eigneten sich lediglich für Fanfaren und martialische Figuren; die Trompeter regulierten ihr Instrument ausschließlich über Lippenspannung und waren so auf die lückenhafte Naturtonreihe angewiesen.

Fellini, Mahler und Miles Davis
Weidingers Klappentrompete war also ein großer Schritt in die richtige Richtung und leitete eine Entwicklung ein, die zu jenem populären, vielseitigen Instrument führte, das wir heute kennen: das sehnsuchtsvoll singt wie in Federico Fellinis Kinofilm „La Strada“, das einen Trauermarsch einleitet wie zu Beginn der Fünften Symphonie Gustav Mahlers, das so quirlig, quecksilbrig und fein ziselierend gespielt werden kann wie von Miles Davis und anderen Jazzern.
Zum Zeitpunkt des legendären Konzerts Weidingers allerdings war die erste solistische Glanzzeit der Trompete schon seit längerem vorbei. Als treue Dienerin des Staates war ihre Stimme eng mit der Welt des Militärs und des Hofes verbunden gewesen: Auf dem Feld diente sie als Signalinstrument der Verständigung innerhalb des Heeres, am Hofe verlieh sie Herrschaftsritualen und festlichen Banketten besondere Strahlkraft. Und auch in Gottesdiensten sorgte sie für prachtvolle Untermalung. Doch der gesellschaftliche Wandel von der höfisch-adeligen Musikkultur zur bürgerlichen führte im Laufe der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zu einem enormen Imageverlust: Als repräsentatives Instrument weltlicher Herrscher des Barock stand sie im bürgerlichen Zeitalter solistisch nicht mehr hoch im Kurs.

Aufs Martialische konzentriert
„Der Klang der Trompete ist edel und glänzend; er eignet sich für kriegerische Phantasiebilder, für Wut- und Rachegeschrei ebensogut wie für Triumphgesänge und kommt dem Ausdruck aller tatkräftigen, stolzen, großartigen Gefühle sowie der meisten tragischen Töne entgegen“ – so beschrieb Hector Berlioz noch 1844 in seiner „Großen Instrumentationslehre“ ihren traditionell aufs Martialische konzentrierten Charakter, für den ihr heller und scharfer Klang verantwortlich ist, der aus der speziellen Bauweise des Instruments resultiert: aus der zylindrischen Rohrform, der engen Mensur, dem flachen Kesselmundstück und dem Grundmaterial Messing. Dem bürgerlichen Geschmack und erst recht der romantischen Vorliebe für verdämmernde Klänge entsprach dieser Tonfall nicht mehr. In der Kunstmusik des 19. Jahrhunderts trat die Trompete deshalb fast ausschließlich als Orchesterinstrument, im Tutti mit den anderen Blechbläsern in Erscheinung.

Orchestraler Verdrängungsprozess
Schon dem alten Joseph Haydn war die Tatsache, dass Wien einst Zentrum einer blühenden Trompeterkunst gewesen war, ohne die kein Staats- oder Kirchenfest stattgefunden hatte, nur noch eine vage Erinnerung. Aber gemäß den instrumententechnisch extrem experimentierfreudigen Zeiten, die mit der Entwicklung des bürgerlichen Kunstgeschmacks einhergingen, wurde emsig auch an der Verbesserung der Trompetenspielmechanik gearbeitet. Dabei ging es natürlich vor allem um die chromatische Erschließung des tiefen und mittleren Registers, was besonders wichtig wurde, um das Instrument in den Orchesterverband zu integrieren, in dem es stets um einen möglichst homogenen Zusammenklang geht. Die Clarinbläser – die auf das virtuose Spiel in der sehr hohen Lage spezialisierten Barocktrompeter – waren ohnehin schon längst von den anpassungsfähigeren Klarinetten aus dem Orchester verdrängt worden (daher ihr Name: Klarinette ist abgeleitet von Clarino), die im damaligen Stadium ihrer Entwicklung vor allem hoch, hart und grell klingen konnten.

Die Trompete schlägt zurück

Anton Weidinger experimentierte mit einer neuen Trompetentonerzeugung mittels Klappentechnik, die er den Holzblasinstrumenten abgeschaut hatte. Das bedeutete gegenüber den Barockinstrumenten zwar einen erheblichen Verlust an Brillanz. Aber man konnte nun dank der vier in die Instrumentenwand gebohrten Löcher und ihrer Klappen durch Verkürzung und Verlängerung der schwingenden Luftsäule die Lücken in der Naturtonreihe schließen und auch in den tieferen Regionen Melodien spielen. Ganz neue Ausdrucksbereiche wurden zudem erschlossen. So schrieb etwa ein Kritiker der „Allgemeinen Musikalischen Zeitung“ 1802 nach einem Gastspiel Weidingers in Leipzig begeistert: „Das Instrument hat noch seinen vollen durchdringenden Ton, aber zugleich einen so sanften und zarten, dass man ihn auf einer Klarinette nicht weicher anzugeben im Stande ist. Das Crescendo und Decrescendo, die klare, bis in das Mark eindringende Höhe, besonders wo Hr. Weidinger sich mehr innerhalb der dem Instrumente natürlichen Tonart hielt, sind ganz unvergleichlich und, im wörtlichen Sinn, unerhört.“

Befreiender Atem
Für besagtes Konzert im März 1800, in dem er seine brandneue Erfindung erstmals der Öffentlichkeit präsentierte, hatte Weidinger – weil es für die Klappentrompete ja noch keine anspruchsvolle Literatur gab – bei mehreren Komponisten Werke in Auftrag gegeben. Er hatte auch seinen alten Freund Joseph Haydn für sein Projekt gewinnen können – eine wichtige PR-Maßnahme, war Haydn doch längst eine europäische Berühmtheit.
So wurde Haydns letztes überliefertes Solokonzert eines für die Klappentrompete. Geistreich und wirkungsvoll bringt er Weidingers Neuerungen zur Geltung und kontrastiert sie immer wieder mit der typischen Fanfarenmelodik der „alten“ Trompete. Fröhlich springt die Trompete nun von einem Klangregister in das andere und erfreut sich ausgelassen am befreiten Spiel schneller Läufe. Schon ihr erster Soloeinsatz muss die Zuhörer damals verblüfft haben, weil er eine vollständige Tonleiter in der tiefen Oktave bringt.
Weidinger gab 1803 auch ein Werk für Klappentrompete bei Johann Nepomuk Hummel in Auftrag. Er führte es erstmals am Neujahrstag 1804 in der Fürstenresidenz Esterházy in Eisenstadt auf, wo Hummel gerade die Nachfolge Joseph Haydns als Hofkapellmeister angetreten hatte. Wie im Falle Haydns durchströmt auch Hummels Trompetenkonzert der befreiende Atem der Chromatik: in Gestalt von großen Intervallsprüngen im Kopfsatz, weiten Kantilenen im langsamen Mittelsatz und chromatisch verschobenen Trillerketten im Finale.

Brillant, virtuos
Dennoch war Weidingers Klappentrompete kein dauerhafter Erfolg beschert. Als zukunftsträchtiger stellte sich bald Friedrich Blühmels und Heinrich Stölzels 1818 patentierte Erfindung der Ventiltechnik für Blechbläser heraus, die 1820 auch auf die Trompete übertragen wurde. Sie stellt chromatische Tonfolgen durch die Verlängerung und Verkürzung der Schallröhre zur Verfügung: durch Zu- und Abschaltung von Zusatzbögen. Dieses intonationssicherere Prinzip verdrängte Weidingers Konstruktion nach und nach vom Markt, auch weil es der Trompete ihre Brillanz wiedergab.
Haydns und Hummels Trompetenkonzerte zählen heute dennoch zum Standardrepertoire aller großen Trompeter. Man spielt sie für gewöhnlich auf einem modernen Instrument. Dabei wird Hummels Werk meist von der Originaltonart E-Dur tiefer nach Es-Dur transponiert, weil es auf diese Weise leichter zu spielen ist. Der Trompetenvirtuose Gábor Boldoczki ließ sich von technischen Risiken aber noch niemals abschrecken. Er wird Hummels Klassiker im Musikverein deshalb im originalen E-Dur zum Besten geben.

Verena  Großkreutz

Verena Großkreutz lebt als Musikpublizistin in Stuttgart.

Source: www.musikverein.at

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Satrup enchanted by Hungarian fire

March, 2011

As in Stadttheater Flensburg, in the beginning of November last year the very last notes were dying away, and the two instrumentalists, Gábor Boldoczki (trumpet) and Gergely Bogányi (piano) had left the stage to rapturous applause, Marianne Redlefsen felt absolutely no doubt she must see both of them on stage again. The over hundred years old lady is quite famous for her rapid decisions, so she did not wait long, but called both agents at once and arranged another concert for them.

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Die Verwirklichung dieses Wunsches gestaltete sich unerwartet schwierig, weil die beiden Herren ihre Konzert-Tournée bereits terminlich eng geplant hatten. Die Agentur vertröstete Redlefsen ein ums andere Mal, bis die resolute Dame sagte: "Ich bin über hundert Jahre alt und habe keine Zeit mehr zu warten!"

Wer könnte sich diesem Argument verweigern? Gábor Boldoczki und Gergely Bogányi sicher nicht, sie suchten nach einer Lücke im Terminkalender und kamen. Am Sonntagabend war es dann soweit. Im Rahmen der Satruper Kammerkonzerte füllte sich das Bernstorff-Forum mit über 260 erwartungsvollen Zuhörern. Sie wurden nicht enttäuscht: ungarisches Feuer, Leidenschaft, Melancholie und Humor, grandios umgesetzt von zwei kongenialen Künstlern, die sowohl gemeinsam aber auch jeder für sich zu überzeugen wussten. Hochromantisches und Zeitgenössisches präsentierte Gábor Boldoczki mit originell-virtuoser Strahlkraft-herausragend die "Fanfare für Trompete solo" von Stanley Friedman. Gergely Bogányi wurde mit seiner unwiderstehlich sensiblen, intelligenten Anschlagskultur besonders mit Liszts "La Leggierezza" und im "Gnomenreigen" zum brillianten "Zauberer am Flügel".

Atemlose Stille, dann donnernder Applaus, Bravo-Rufe und Standing Ovations - die beiden Künstler quittierten den Jubel mit einem "Hut voller kapriziöser Überraschungen" und zauberten ein glücklich-strahlendes Lächeln nicht nur auf das begeisterte Gesicht von Marianne Redlefsen.

Ursula Raddatz

Flensburger Tagesblatt

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About the necessity of Bach transcriptions

March, 2011

There is the question again. The question about the necessity of Bach transcriptions. However, when listening to the newly released CD of the Hungarian trumpet player Gábor Boldoczki, the question seems to be audacious. Together with the Liszt Ferenc Chamber Orchestra he is a living proof of how noble Bach must sound on noble brass.

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clarino.print: Warum hast du dich dazu entschieden, eine Bach-CD aufzunehmen?

Gábor Boldoczki: Ich beschäftige mich schon seit langem mit diesem Thema, weil Johann Sebastian Bach wirklich ein ganz großer Meister ist. Ich habe immer die anderen Musiker – etwa die Pianisten – bewundert, dass sie, wenn sie sich einspielen, einfach ein Stück von Bach nehmen können. Die haben ein riesiges Repertoire von ihm mitbekommen. Und ich wünschte mir, auch einmal Bach zu spielen. Er hat leider keine Solokonzerte für die Trompete komponiert, auch wenn er das Instrument in seinen Orchesterwerken sehr gerne besetzt. Trompetenstellen in seinen Messen und Kantaten sind oft groß und auch kompliziert – aber eben leider kein Solo-Konzert. Doch ich kann nun sagen: Es ist ein Traum, sich mit Bach zu beschäftigen und Bach zu spielen. Wenn ich eine CD aufnehmen darf, kann ich diesen Komponisten wirklich etwas tiefer kennenlernen in seinen Werken. Ich wollte nicht nur Johann Sebastian Bach nehmen, sondern auch das große Gegenteil dazu bzw. die Entwicklung davon – mit seinem Sohn Carl Philipp Emanuel Bach. Ich arbeite schon länger mit diesem Thema, doch nun bin ich 34 und dachte mir: Jetzt ist die Zeit gekommen, dass ich diese Musik überhaupt in Konzerten spielen darf. Ich glaube, um Johann Sebastian Bach zu verstehen, braucht man einiges – Zeit, um nachzudenken und Erfahrung mit barocker Musik. Und nun habe ich mich reif gefühlt, es einspielen zu können, ja zu dürfen. Es war eine wunderbare Arbeit.

Klaus Härtel

Source: www.clarino.de

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Festspiele Mecklenburg-Vorpommern 2010

June-July, 2010

During the summer of 2010 prize-winner (Preisträger in Residenze) Gábor Boldoczki was a guest of the Mecklenburg-Vorprommern Festival. The main attraction of the concert was the well-applauded performance of the compositions for trumpet and orchestra by Fazil Say, written at the special request of the festival.

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Glamour and Gloria of the brass

November, 2008

Hungarian trumpet player Gábor Boldoczki made his debut in the Musikverein as a “deputy” for Maurice André four and a half years ago. Now he has come back – this time as Marice André’s most faithful follower. Throne replacement in the Trumpet World.

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Das Konzert mit dem Prager Kammerorchester im Rahmen der Wiener Festwochen 2004 sei ein großes Glück für ihn gewesen, auch wenn er kaum Zeit zum Vorbereiten gehabt habe, meint der heute 32-Jährige im ungarischen Szeged geborene und in Kiskörös aufgewachsene Trompeter in der Rückschau. „Umso mehr freue ich mich, erneut im Goldenen Saal mit seiner tollen Akustik zu spielen.“ Dieses Mal wird er zusammen mit der Sinfonia Varsovia musizieren, einem Kammerorchester, dem er sich eng verbunden fühlt.

Ganz besonders freut es ihn, dass das Wiener Konzert gleichzeitiger Auftakt seiner diesjährigen Europa-Tournee ist. „In Wien oder in Budapest zu spielen hat eine ganz besondere Bedeutung für mich“, betont Boldoczki in perfektem Deutsch mit einem charmanten ungarischen Akzent. „Hier spiele ich in einem herrlichen Konzertsaal, in dem schon so viele einzigartige Künstler vor mir aufgetreten sind.“

Preise und Preisungen
Bereits mit 14 Jahren gewann der Ausnahmetrompeter seinen ersten Preis und setzte seine am Leo-Weiner-Konservatorium begonnenen Studien an der ehrwürdigen Franz-Liszt-Musikhochschule in Budapest fort. Den letzten Schliff holte er sich dann in der Meisterklasse von Reinhold Friedrich. Internationales Aufsehen erregte Boldoczki erstmals mit dem Gewinn des Münchner ARD-Musikwettbewerbes und des Maurice-André-Wettbewerbes. Wichtige Preise folgten: So wurde Gábor Boldoczki 1999 mit dem begehrten Prix Davidoff für Nachwuchskünstler, 2002 dem Prix Young Artists of the Year und 2008 bereits zum zweiten Mal mit dem Echo Klassik ausgezeichnet.

Seit Beginn seiner Karriere begeistert er die Musikkritiker mit seiner hohen Musikalität, außergewöhnlichen technischen Virtuosität und glasklaren Tongebung. Genauso wie über die Preise freut sich Boldoczki über Konzertbesucher, die spontan nach seinen Auftritten zu ihm kommen und ihm für sein Musizieren danken. Glücksmomente für einen Musiker.

Geschichte hat Boldoczki im Rahmen einer Mozart-Matinee der Salzburger Festspiele 2004 geschrieben, wo er bei seinem umjubelten Debüt als erster Trompetensolist der Festspiele die beiden Konzerte von Michael Haydn spielte. „Klar, kompakt und doch kantabel, dass jeder Koloratursopran oder Geigenvirtuose vor Neid erblassen könnte“, schrieb die Presse damals über Boldoczkis Spiel. „Ich habe Österreich viel zu verdanken“, winkt der junge Ungar bescheiden ab. Wohl auch deshalb kommt er immer wieder gerne hierher zurück, nach Wien, zu den Haydn Festspielen Eisenstadt, nach Linz oder zum Carinthischen Sommer.

Vergebliche Wünsche an Strauss und Ravel
Für seinen Wiener Auftritt im November hat Boldoczki Barockes und Klassisches im Gepäck: Georg Philipp Telemann, Antonio Vivaldi und Johann Baptiste Neruda. Das heißt jedoch nicht, dass Gábor Boldoczki um zeitgenössische Werke einen Bogen macht. Sein breites Repertoire von Albinoni bis Birtwistle ist seine große Stärke: „Ich möchte vielseitig bleiben und mich nicht spezialisieren“, betont der Trompeter. Boldoczki vergibt deshalb regelmäßig Kompositionsaufträge und regt bedeutende Komponisten an, für Solotrompete zu schreiben.

ein Landsmann Lászlo Dubróvay sowie Georg Pelecis und Boris Papandopulo sind seinem Wunsch bereits nachgekommen. Und da er sich seinem Heimatland und dessen großer musikalischer Tradition besonders verbunden fühlt, wünscht er sich auch unbedingt neue Werke von Peter Eötvös und György Kurtág. Dass Bartók und Kodály nichts für sein Instrument geschaffen haben, bedauert er. Genauso vermisst er Kompositionen für Solotrompete von Maurice Ravel oder Richard Strauss.

Unabhängig aber davon, welches Werk er interpretiert, folgt er einer Maxime beim Spielen: „Musizieren hat nichts mit Selbstdarstellung zu tun, sondern es geht darum, dem Zuhörer das zu vermitteln, was der Komponist ausdrücken wollte.“

Gloriose CDs
Der Erfolg ist dem jungen Mann nicht in Kopf gestiegen, obwohl die Deutsche Phono-Akademie ihm den renommierten Echo-Klassik-Preis 2003 als „Nachwuchskünstler des Jahres“ und heuer als „Instrumentalist des Jahres“ für seine CD mit Werken von Händel und Telemann verliehen hat. Auch bei dieser Aufnahme ist übrigens die Sinfonia Varsovia Partner des Startrompeters.

Seine neueste CD „Gloria“ mit Barocksonaten für Trompete und Orgel sowie für Trompete, Cembalo und Violoncello ist rechtzeitig vor der Europa-Tournee 2008 erschienen. Boldoczki musiziert gemeinsam mit der Organistin und Cembalistin Hedwig Bilgram, die 35 Jahre Kammermusikpartnerin von Maurice André war, und dem Solocellisten des hr-Sinfonieorchesters, László Fenyö, und unterstreicht einmal mehr seine herausragenden Qualitäten. Die Idee zur CD ist Boldoczki gekommen, weil er die feierliche Atmosphäre in Kirchen liebt.

Energieaustausch und Glückwünsche
Gábor Boldoczki musiziert nicht nur mit großem Erfolg, sondern gibt sein Wissen und seine Erfahrung regelmäßig in Meisterklassen weiter. „Das Schöne am Unterrichten ist für mich, dass ich meinen Schülern nicht nur meine Energie weitergebe, sondern von ihnen auch Energie zurückbekomme. Das spornt mich selbst an.“ Mit seinen internationalen Tourneen und CD-Aufnahmen sowie Meisterklassen an der Franz-Liszt-Musikhochschule ist Boldoczki voll ausgelastet. Die ständige Arbeit an einer Hochschule könnte ein gewisser Reiz für ihn sein – später vielleicht. Derzeit aber folgt er seinem pädagogischen Impetus gern auch im Rahmen des deutschen Projekts „Rhapsody in School“. Konzerte in Deutschland verbindet er so häufig mit Besuchen in Schulen, wo er 8- bis 12-Jährige mit der Musik und seinem Instrument vertraut macht. „Vor kurzem hatte ich auch in Prag 70 hochaufmerksame Schülerinnen und Schüler als Zuhörer“, erzählt er. „Ich war aufgeregter als bei einem Konzert!“

Was hat ein erfolgreicher Musiker wie Gábor Boldoczki noch für Wünsche? Immer wieder wunderbare Konzerte wie kürzlich zusammen mit dem Oboisten Albrecht Mayer, selbstverständlich … „Mein größter Wunsch ist aber“, sagt Boldocki, „mit meinem Trompetenspiel mein Publikum immer wieder glücklich zu machen.“

Oliver Schneider

Oliver Schneider lebt in Zürich und arbeitet als freier Kulturjournalist und Publizist für verschiedene deutschsprachige Medien.

Source: www.musikverein.at

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