Gábor Boldoczki
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Michael Haydn
Concerto for trumpet, strings, basso continuo and two horns in D major, Perger 54 (orig. for flute)
1 Allegro moderato
2 Adagio
3 Menuet

Joseph Haydn
Concerto for trumpet and orchestra in E-flat major, Hob.VIIe:1
4 Allegro
5 Andante
6 Allegro

Wolfgang Amadeus Mozart
Concerto for trumpet and orchestra in C major, K. 314
(orig. for oboe)
7 Allegro aperto
8 Adagio non troppo
9 Rondo - Allegretto

Johann Nepomuk Hummel
Concerto for trumpet and orchestra E major
10 Allegro con spirito
11 Andante
12 Rondo


Gábor Boldoczki, Trompete
Züricher Kammerorchester
Howard Griffiths, Dirigent

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Kritiken
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CD-Besprechung Neuen Zürcher Zeitung
© Neue Zürcher Zeitung; 14.09.2005; Nummer 214; Seite 52

Zürcher Kultur

Fabelhafter Trompeter
CD von Gábor Boldoczki mit dem ZKO

tsr. Der junge ungarische Trompeter Gábor Boldoczki ist in Westeuropa mit einem Schlag bekannt geworden, als er im Alter von 21 Jahren den internationalen ARD-Musikwettbewerb in München gewann. Grosse Beachtung fand sein Auftritt an den Salzburger Festspielen von 2004, wo er Michael Haydns Konzert für Flöte, Streicher und Basso continuo als Trompetenkonzert spielte. Auf seiner zweiten Sony-CD interpretiert Boldoczki dieses Konzert und drei weitere Trompetenkonzerte aus der Klassik zusammen mit dem Zürcher Kammerorchester unter der Leitung von Howard Griffiths. Wenn ein Solist einen Flötenpart oder, wie bei Mozarts Konzert KV 314, einen Oboenpart auf der Trompete blasen kann, als wären die Konzerte für dieses Instrument geschrieben, braucht er schon eine Geschmeidigkeit und Leichtigkeit des Tons, die nicht jedem zur Verfügung steht. Dazu kommen - das hört man bei den beiden Originalkompositionen noch deutlicher - die Fähigkeit zu grossbogiger Melodiebildung und das Auskosten der unterschiedlichen Register des Instruments. Was Boldoczki in den bekannten Trompetenkonzerten von Joseph Haydn und von Johann Nepomuk Hummel auf seinem modernen Instrument bietet, ist zwar nichts radikal Neues, aber er tut es mit einer Selbstverständlichkeit, die dem Vergleich mit den Grossen seines Fachs standhält. Das Zürcher Kammerorchester begnügt sich keineswegs mit einer Statistenrolle, sondern führt mit dem Solisten in allen Sätzen einen geistvollen Dialog.

Fachmagazin Klassik heute
(Bewertung mit jeweils höchster Punktzahl)

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Die Konkurrenz ist groß. Nahezu jeder Trompetensolist hat die Konzerte von Haydn und Hummel für Tonträger eingespielt. Mit frappierender Leichtigkeit reiht sich der junge ungarische Trompeter Gábor Boldoczki gleich in die Spitzengruppe ein.
Nicht, dass er eine neue Sicht der alten Werke präsentierte, ein authentisches Instrumentarium bemühte oder überhaupt die Sensation suchte. Boldoczki, Gewinner der wichtigsten Wettbewerbe der letzten Jahre, spielt die Konzerte in etwa so, wie man es seit je gewohnt ist. Nur eleganter, geschmeidiger und selbsverständlicher als die Konkurrenz.

Weiche, langatmende Phrasierungen kennzeichnen Boldoczkis Haydn-Interpretation. Haydn hatte das Werk für die noch junge Klappentrompete komponiert, die chromatisches - und damit melodisches - Spiel in den höchsten Lagen überhaupt erst ermöglichte. Boldoczki betont die melodischen Elemente und ruft so eindrücklich in Erinnerung, welchen Vorsprung Haydns Konzert gegenüber den bis dahin üblichen fanfarenartigen Werken hatte. Auf einer Es-Trompete erzeugt er dabei einen schönen offenen und dunklen Kland, der reizvoll mit dem hellen Klang des nur wenig kleineren E-Instrumentes im Hummel-Konzert kontrastiert. Die variable Tongebung ist eines der vielen Details, die Boldoczkis Aufnahme so hörenswert machen. Howard Griffiths und das Züricher Kammerorchester sind ihm dabei ein präzises und vitales Begleitensemble, das viel besser ist, als der indirekt aufgenommene Orchesterklang glauben machen könnte.

Zwei Transkriptionen runden das Klassiker-Programm stilecht ab: Von Haydns Bruder Michael stammt ein charmantes Flötenkonzert in D-Dur, das die Übertragung auf die Piccolo-Trompete weit besser verträgt als Mozarts feingliedriges Oboenkonzert.

Stefan Arndt

Musik: ****
Klang ***

Fachzeitschrift CLARINO

Gabor Boldoczki plays M. Haydn, J. Haydn, W. A. Mozart, J. M Hummel / Sony Classical

Es ist gefährlich, Trompetenkonzerte einzuspielen, die jeder Trompeter in seinem Repertoire haben muss. Es existieren einfach schon (zu) viele Aufnahmen - in verschiedener Qualität. Gabor Boldoczki hat sich dieser Herausforderung gestellt in der selbstsicheren Annahme, dass seine Einspielung jedem Vergleich standhalten wird. Und das tut sie auch. Selten hört man die berühmten Trompetenkonzerte von Haydn und Hummel in einer so geradezu traumwandlerischen Leichtigkeit, so erfrischend einfach und frei von jedem unangebrachten Pomp oder Pathos, der Trompetenkonzerten oft fälschlicherweise angeheftet wird.

Über Bearbeitungen von Flöten- oder Oboenkonzerten für Trompete (hier: Haydn-Flötenkonzert, Mozart-Oboenkonzert) kann man trefflich streiten. Manche sagen, es gibt doch genügend wunderbare Trompetenliteratur, die man auch in dieser Qualität hören möchte. Andererseits - hätten Haydn und Mozart Gabor Boldoczki gekannt, hätten sie höchstwahrscheinlich ausschließlich Trompetenkonzerte komponiert.

Also: Für Trompeter ein "must have", für den Rest der Welt das ideale Geschenk zu Weihnachten - ob für sich selbst oder andere.

ho


 
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